Schule Talitha Kumi in Beit Jala/ Bethlehem - Evangelisches Schulzentrum, Foto: drei Schülerinnen auf dem Schulhof

Unsere Schule

Die Deutsche Evanglisch-Lutherische Schule Talitha Kumi in Beit Jala bei Bethlehem bietet palästinensischen Mädchen und Jungen in einem konfliktgeladenen Umfeld einen sicheren Ort. Hier können sie sich zu selbstbewussten Persönlichkeiten entwickeln. 2017 wurde Talitha Kumi mit Gütesiegel Exzellente Deutsche Auslandsschule ausgezeichnet.

Für das Schuljahr 2020/2021 sind 135 Kinder für den Kindergarten angemeldet. Etwa 700 SchülerInnen nehmen am Unterricht der Klassenstufen 1 – 12 teil. 30 Prozent von ihnen kommen aus christlichen, 70 Prozent aus muslimischen Familien. Für die Berufsschule (Community College) laufen die Anmeldungen noch, im Schuljahr 2019/2020 ließen sich etwa 100 StudentInnen dort im Bereich Hotelerie und Gastronomie ausbilden.

Schule mit langer Tradition

„Talitha Kumi“ bedeutet „Mädchen, stehe auf!“. Dieser Appell ist bis heute Name, Programm und Auftrag der ältesten evangelischen Schule in Palästina. Er stammt aus dem Markusevangelium, wo es heißt: „Und Jesus ergriff das Kind bei der Hand und sprach: Talitha Kumi, Mädchen, ich sage dir, stehe auf!“ 1851 von Kaiserswerther Diakonissen gegründet und heute in Trägerschaft des Berliner Missionswerks, gibt die Schule die Botschaft der Versöhnung und des Friedens im Geiste des Evangeliums weiter.

Weibliches Selbstbewusstsein stärken

Palästinensischen Mädchen gleichberechtigtes Lernen zu ermöglichen, ihre Begabungen zu fördern und ihr Selbstbewusstsein zu stärken, hat in Talitha Kumi eine hohe Priorität. Bereits 1980 führte Talitha Kumi den gemeinsamen Unterricht für Jungen und Mädchen ein und übernahm damit unter den palästinensischen Schulen eine Vorreiterrolle. Das gemeinsame Lernen von Jungen und Mädchen ermöglicht beiden Geschlechtern einen angemessenen Umgang miteinander – eine Handlungskompetenz, die auch im späteren Leben wichtig ist. Auch Sport macht Mädchen stark: Das Mädchenfußball-Team der Schule, in dem einige der besten jungen Fußballerinnen Palästinas mitspielen, bringt selbstbewusste Persönlichkeiten hervor.

Friedenserziehung

Die Schule Talitha Kumi sieht ihre gesamte pädagogische Arbeit als einen Beitrag zur Überwindung von Konflikten und Gewalt und damit zum Frieden. Zu den Zielen des Unterrichts gehört, den Angehörigen verschiedener Konfessionen und Religionen Toleranz und Respekt zu vermitteln. Das großzügige und reichlich bepflanzte Schulgelände bietet einen geschützten Raum, in dem eine solche Arbeit möglich ist. Talitha Kumi ist auch ein Ort, an dem sich VertreterInnen beider Seiten des Nahostkonflikts treffen und kennenlernen können.

Zum außerschulischen Angebot gehören gemeinsame Andachten, regelmäßige Workshops zur Friedenserziehung und die Ausbildung von Schülerinnen und Schülern zu Streitschlichtern. Diese Mediatoren lernen und üben, auftretende Konflikte friedlich zu lösen. Nach ihrer Ausbildung vermitteln sie bei Konflikten ihrer MitschülerInnen und tragen ihre Fähigkeiten zur friedlichen Konfliktlösung auch in ihr soziales Umfeld hinein.

Deutsches und palästinensisches Abitur

Seit 2008 gehört Talitha Kumi zu den deutschen Auslandsschulen. Die Schule bietet damit auch den international anerkannten Bildungsabschluss „Deutsche Internationale Abiturprüfung“ (DIA) an. Diese Qualifikation eröffnet palästinensischen SchülerInnen den Zugang zu Universitäten weltweit. Daneben ist weiterhin das Ablegen des palästinensischen Abiturs Tawjihe möglich, eine landesweite Zentralprüfung, die vom palästinensischen Erziehungsministerium nach Beendigung der 12-jährigen Schulzeit durchgeführt wird.

Der Einstieg in die deutsche und die englische Sprache erfolgt bereits im Kindergarten und wird in der Grund- und Oberschule fortgesetzt. Ab der 7. Klasse können die Schülerinnen und Schüler zwischen dem nationalen Curriculum (Tawjihi) und dem internationalen Curriculum (DIA) wählen. Hebräisch wird ab Klasse 7 als Wahlfach angeboten und vor allem von den SchülerInnen wahrgenommen, die in Jerusalem leben. Im naturwissenschaftlichen Unterricht können die Kinder in gut ausgestatteten Laboren experimentieren und entdeckend lernen.

Träger und Partner der Schule

Seit 1975 ist das Berliner Missionswerk Träger Talitha Kumis und damit – in Abstimmung mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen im Bundesverwaltungsamt – für Personal-, Verwaltungs- und Finanzentscheidungen verantwortlich, vor allem aber für die inhaltliche Ausrichtung. Der Auftrag des Berliner Missionswerks ist die Pflege der Partnerschaften der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und der Evangelischen Landeskirche Anhalts mit Kirchen in der ganzen Welt, so auch im Nahen Osten. Es erhält Zuschüsse seiner Trägerkirchen, ist aber zunehmend auf Spenden angewiesen um den vielfältigen Aufgaben und Erfordernissen internationaler Bildungsarbeit gerecht werden zu können.

Die pädagogische Verantwortung für Talitha Kumi teilt sich das Berliner Missionswerk mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land (ELCJHL), die auch drei eigene Schulen und ein Umweltzentrum unterhält. Talitha Kumi sowie Gemeinden und Schulen der ELCJHL werden in Deutschland vom Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk unterstützt.

Kontakt

Schulleiter Matthias Wolf: director@talithakumi.org
Stellvertretender Schulleiter Milad Ibrahim: vice-director@talithakumi.org

Liste des Personals und der Gremien Talitha Kumis auf der Partnerwebseite talithakumi.ps
Info-Flyer über Talitha Kumi (PDF)
Diesen Flyer können Sie gerne kostenlos zum Verteilen bestellen.