EKD Delegation

Eine EKD-Delegation besuchte auf einer sechstägigen Reise nach Israel und Palästina auch Talitha Kumi.

Das Gelände der Schule ist noch vom heftigen Wintereinbruch der vorangegangenen Tage gezeichnet. Schnee bedeckt weite Teile der Grünanlagen und Schulhöfe. Zahlreiche Bäume sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Im Schulgebäude ist es ungewöhnlich ruhig. Einige Klassen sind bereits in den Weihnachtsferien, andere brüten über ihren letzten Klausuren für das Jahr.

Die vom Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider geführte Delegation wird von Schuldirektor Rolf Lindemann, dem Direktor des Schulträgers, dem Berliner Missionswerk, Roland Herpich, und dem stellvertretenden Missionsratsvorsitzenden Joachim Liebig begrüßt. Lindemann erzählt von der Geschichte, der Arbeit und den Herausforderungen Talitha Kumis.

Danach begibt sich die Gruppe ins Freie. Ein wunderbarer Blick eröffnet sich vom Gipfel, auf dem die Schule liegt, auf das verschneite Umland. Die Gastgeber erläutern die besondere Lage Talitha Kumis – die schnell einen Kontrapunkt zu der hübschen Landschaft bildet: der Checkpoint, die Besatzung, die Aufteilung der Westbank in verschiedene Zonen, der Siedlungsbau …

Wieder in die Wärme zurückgekehrt, setzen sich die Delegationsmitglieder mit einer Schülergruppe zusammen. Das hervorragende Deutsch, das die Jungen und Mädchen der 10. Klasse sprechen, beeindruckt die Besucher. Und mehr noch beeindruckt vieles, was die Jugendlichen erzählen. Ungeschminkt, aber ohne Hass berichten sie vom Leben unter der Besatzung, von Schikanen an Checkpoints und in Frage gestellten Zukunftsplänen. Sie berichten von Begegnungsmöglichkeiten mit der israelischen Seite, sprechen aber auch aus, wo sie dabei momentan die Grenzen des Möglichen sehen. Ein Ratsmitglied spricht zum Schluss aus: „Ihr stellt die Hoffnung auf einen Frieden dar, den Generationen von Israelis und Palästinensern nicht geschafft haben.“

( 17. Dezember 2013 )